Carnica-Sklenar-Züchterring „HARZ“

Unser Verein hat in der Zuchtarbeit eine lange Tradition. Bereits in den 1950er Jahren gab es einige Imker die Carnica auf ihren Bienenständen ausprobierten. Die bis dahin vorherrschenden allgemeinen Landbienen waren Kreuzungen aus der  dunklen Mellifera und der Ligustica.  Kaum ein Imker war zu dieser Zeit in der Lage die beiden Rassen züchterisch zu bearbeiten.  In den Imkerzeitungen wurden immer wieder die hervorragenden Eigenschaften der Carnica  gelobt. Sie wär sehr sanft und hätte auch einen viel höheren Honigertrag als die ansässigen Bienen.  Die Kreuzungen daraus waren aber nicht besser, eher verstärkte sich noch die Stechlust . Die Kenntnis über dominante Urtriebe bei der Vererbung war damals nur Wenigen bekannt.  Ab 1958 ging es in den Versammlungen immer wieder um das Thema Wesen der Bienen und der Honigertrag. Ab dem Jahr 1960 wurde erstmals zu Testzwecken ein Belegstand mit mehreren Vatervölkern aufgebaut. Das Ergebnis war niederschmetternd, denn durch den Zuflug der Drohnen von unbekannten Ständen war keine Besserung eingetreten. Erst die Unterstützung durch die Forschungsstelle für Bienenzucht in Hohen Neuendorf unter fachlicher Anleitung von Herrn Prof. Dr. Pritsch brachte den Erfolg. In den 1960er Jahren wurde unter Einbezug der Imker die Belegstelle Molkenhaus M-3-R aufgebaut. Diese hatte damals zumindest einen Radius von 5 km zu benachbarten Völkern.
Pioniere der Zuchtarbeit waren zu dieser Zeit der Imkermeister Hans Watzlawick aus Wernigerode und der Zuchtrichter Werner Götze aus Drübeck. Ab 1970 wurde unter staatlicher Kontrolle ein geschützter Flugbereich um die Belegstelle Molkenhaus aufgebaut. Alle Bienenstände wurden ab dem Zeitpunkt auf die importierte Carnica-Linie Singer  umgeweiselt. Das 4a-Material wurde von der Forschungsstelle gestellt, die Königinnenzucht, Zuchtstoffabgabe und Kontrolle erfolgte durch geschulte Züchter.
Um den Bedarf an Königinnen im Verein zu decken wurde eine Kooperation unter den Züchtern und Imkern immer notwendiger.
Mehrere Züchter und Imker bildeten dann im Jahr 1972 die „Carnica-Zuchtgemeinschaft-Nordharz“
Unter dem Dach der Zuchtgemeinschaft wurden dann die ersten Vatervölker für die Belegstelle Molkenhaus aufgebaut und erste Merkmalsbeurteilungen durchgeführt und Zuchtbücher eingeführt.
Mit dem Erfassen der Eigenschaften und der Honigleistung von mehreren Geschwistervölkern konnten nun auch  Körungen beantragt werden. Die besten Völker erhielten einen Körschein.

Nach 1990 wurde das Reinzuchtgebiet um die Belegstelle Molkenhaus vom Land und Landkreis nicht mehr unterstützt. Bis 1995 wurde die Belegstelle noch von einigen Imkern genutzt, musste aber danach aufgegeben werden.
Die Zucht ist dadurch aber nicht zum Erliegen gekommen. Viele Imker haben Königinnen zugekauft und Vermehrungszucht betrieben. Einige Imker und Züchter haben sich ab dem Jahr 2000 wieder verstärkt mit der Zucht von leistungsstarken Carnica-Bienen befasst. Im Jahr 2009 wurde die „Carnica-Zuchtgemeinschaft-Nordharz“ in den „Carnica-Sklenar-Züchterring -Harz“ umbenannt.
Die aktiven Züchter hatten sich ab 1990 vorwiegend der Sklenarbiene vom Urzüchter Guido Sklenar zugewandt.
Heute unterstützen 5 aktive Züchter und 6 Jungimker aus unserem Verein, sowie viele Imker aus dem Landkreis unseren „Carnica-Sklenar-Züchterring Harz“
Ausdruck der guten Erfolge in der Zuchtarbeit sind die aktive Mitarbeit einiger Züchter im Internationalen Bund der Sklenar Züchter (IBSZ e.V.), der einzige Dachverband der die Zucht des Carnica Stammes „Sklenar“ fördert.
Das Ergebnis dieser jahrelangen Zuchtarbeit sind sanftmütige und leistungsstarke Bienen, die besonders gut in Wohngebieten gehalten werden können.
Die Reinerhaltung des Genpools erfolgt durch Beschickung geeigneter Inselbelegstellen oder durch gezielte Anpaarung mittels der künstlichen Besamung.  Seit 2008 werden jährlich die Prüfergebnisse dem Zuchtbuch www.beebreed.eu  bereitgestellt.